Reise in die Vergangenheit
Für Münzsammler, die sich auf Münzen aus Deutschland spezialisiert hatten, gibt es die unterschiedlichsten Sammelbereiche. So konnten Münzen aus dem Mittelalter, dem Kaiserreich, dem 3. Reich, der Weimarer Republik, der Bundesrepublik Deutschland oder der DDR gesammelt werden.
Viele Anfänger begannen mit dem Gebiet des Kaiserreiches. Selbst beim Händler um die Ecke konnten Silbermünzen zu 2 und 3 Mark zu erschwinglichen Preisen erworben werden. Dies war möglich, weil diese Münzen in relativ hoher Zahl geprägt worden sind und zu allen Zeiten von Sammlern aufbewahrt wurden. Die Numismatiker, die schon mehr Erfahrung hatten und die Sammlung auch als Kapitalanlage sahen, versuchten Münzen aus der ehemaligen DDR zu erwerben.
Hohe Nachfrage nach seltenen DDR-Münzen außerhalb der DDR
Vor dem Mauerfall im Jahre 1989 war dies aber sehr schwierig. Normale Umlaufmünzen durften nicht ausgeführt werden. Da der Respekt und die Angst vor den DDR-Behörden sehr groß waren, schickten nur sehr selten DDR-Bürger Münzen in den Westen oder brachten Westbesucher Münzen aus der DDR mit. Dies hatte zur Folge, dass selbst Umlaufmünzen aus der DDR, obwohl sie millionenfach geprägt worden sind, in der BRD sehr begehrt waren und zu einem verhältnismäßig hohen Preis gehandelt wurden. Später wurden in der ehemaligen DDR Sondermünzen zu 5, 10 und 20 Mark geprägt. Die Auflagen waren im Verhältnis zu den BRD-Münzen eher gering. Die Auflagen betrugen zwischen 60.000 und 100.000 Stück. Der größte Teil der Münzen verblieb auch in der DDR und wurde dort als Ansporn und Belohnung an verdiente Bürger verliehen. Nur ein ganz kleiner Teil der Münzen wurde für den Export ins Ausland vorgesehen. Wenige Sammler und Münzhäuser in der BRD und z.B. in Russland wurden bei der Verteilung berücksichtigt. Dies hatte zur Folge, dass die Preise sehr hoch waren, da das Angebot sehr gering war und die Nachfrage sehr hoch. Für die Sammler, die diese Münzen erwerben konnte, war es auch eine Kapitalanlage. Deshalb waren sie auch bereit einen sehr hohen Preis zu bezahlen. Sie gingen damals davon aus, dass es nie zum Fall der Mauer kommen würde. Somit würden die meisten DDR-Münzen für immer in der DDR bleiben und für die restlichen Sammler bleibt immer nur ein kleiner Teil.
DDR-Münzen beliebte Sammlermünzen mit Wertsteigerungspotential
Da die Nachfrage nach den seltenen DDR-Münzen immer vorhanden war und auch stieg, gingen die Sammler von einer steten Preissteigerung bei den DDR-Münzen aus. Für die Münzsammler, die jahrelang DDR-Sondermünzen zu hohen Preisen gekauft hatten, war der Zusammenbruch der DDR im Jahre 1989 auch ein Zusammenbruch des Wertes ihrer DDR-Münzen. Alle die Münzen, die früher in der DDR waren, kamen plötzlich auf den Markt. Dies war eine Entwicklung, die keiner für möglich gehalten hatte. Die ehemaligen Bürger der DDR, die vom Staat Sondermünzen erhalten hatten, boten diese nun zum Kauf an. Der Markt wurde plötzlich von DDR-Münzen überschwemmt. Dies hatte zur Folge, dass die Preise der Münzen ruckartig in den Keller gingen. Jetzt konnten Münzen zu 5-10% des Betrages erworben werden, den die Sammler zu ehemaligen DDR-Zeiten dafür anlegen mussten. Für viele Sammler, die vorher keine Möglichkeiten hatten, sich DDR-Münzen zu kaufen, war dies natürlich eine wunderbare Sache. Die Sammler, die aber in frühen Jahren DDR-Münzen sammelten, war dies ein großer finanzieller Verlust. Mittlerweile haben sich die Preise eingepegelt und es ist ein beliebtes Sammelgebiet, da es überschaubar ist und als Sammelgebiet abgeschlossen ist. Außerdem gibt es mittlerweile DDR Gedenkmünzen, die unter Sammlern sehr begehrt sind sowie komplette DDR Kursmünzsätze für die Sammler auch bereit sind hohe Preise zu zahlen. Heutzutage sind Münzen aus der DDR wieder beliebte Sammlerobjekte, die ein gutes Wertsteigerungspotential besitzen.