Die Angst vor der Zecken-Borreliose ist oftmals nicht unbegründet, denn ein kleiner Zeckenstich kann das Leben des Betroffenen von Grund auf ändern. In vielen Fällen bekommt man noch nicht einmal mit, das eine Zecke zugestochen hat, da der Stich meist schmerzfrei erfolgt. Die Hoffnung, dass eine Wanderröte die Borreliose an der Einstichstelle ankündigt, liegt nur bei geschätzten 50 Prozent der Fälle. Das heißt, ein sicheres Zeichen der Krankheit durch einen kreisrunden Ausschlag zeigt sich nur bei ca. 50 Prozent der Betroffenen.
Tauchen dann urplötzlich Symptome auf, ohne das man einen Zeckenstich oder Wanderröte bemerkt hat, dann kann es sein, das der Arzt nicht sofort auf die Krankheit Borreliose tippt. Denn die Symptome können so vielseitig sein, da die Multisystemkrankheit Borreliose fast alle Krankheiten imitieren kann. So kommt es nicht selten zu Fehldiagnosen, deren Behandlung dann nicht wirklich weiterhelfen. In der Zwischenzeit können sich die Borrelien im ganzen Körper ausbreiten und schlimmes Unheil anrichten.
Aber auch, wenn die Borreliose relativ schnell entdeckt wird, kann es zu Verzögerungen kommen, da ein Labortest auf Antikörper erst ab ca. 6 – 8 Wochen erfolgsversprechend ist. Das heißt, erst nach diesen Wochen hat sich vielleicht der Körper gegen die Erreger gewehrt. Wenn das Immunsystem zu schwach ist, kann auch das Bilden von Antikörper ausbleiben. Zumal ein gewöhnlicher Borreliose-Test nicht unbedingt immer die richtigen Werte anzeigt, so dass diese Tests auch falsch negative Ergebnisse anzeigen können.
Die Borreliose ist allgegenwärtig, denn in ganz Deutschland ist mit infizierten Zecken mit Borrelien (Bakterien) zu rechnen. Einer Zecke sieht man nicht an, ob sie infiziert ist oder nicht. Aber es gibt die Möglichkeit, die Zecke in einem Zeckenlabor untersuchen zu lassen, denn nicht jede Zecke ist mit den gefährlichen Erregern infiziert. Ist das Ergebnis der Zeckenuntersuchung negativ, dann spricht vieles dafür, das keine Ansteckung erfolgt ist. Deshalb ist es ratsam, nach dem Zeckenstich die Zecke nicht gleich wegzuwerfen, sondern sicherheitshalber aufzubewahren. Wenn später dann Symptome auftauchen und der Arzt keinen Befund feststellen kann, dann haben Sie die Möglichkeit zu überprüfen, ob nicht eventuell doch die Zecke an den Beschwerden schuld sein kann.
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