Wohnen und Einrichten waren immer eng mit der jeweiligen Kulturepoche verbunden. Gerade an Möbelstücken lassen sich Merkmale und Grundströmungen einer Zeit gut erkennen. Die Stilrichtungen haben sich mit den historischen Epochen immer wieder geändert. Und noch etwas hat sich im Lauf der Zeit geändert: die Preise. Einhergehend mit der maschinellen Produktion von Möbeln sanken die Preise, gleichzeitig wurde das Angebot immer größer. Heute gibt es alles – von Barock bis Bauhaus, vom Bauernmöbel bis zum Designer-Einzelstück. Wir können uns so individuell einrichten wie nie zuvor. Und mit dem Verkauf von Möbeln über das Internet in Shops wie KaufUnique ist die Auswahl noch größer und noch günstiger geworden.
Im Zeitalter des Barock (ca. 1600–1730) sehen wir runde, geschwungene Formen und üppige Verzierungen. Möbel und Wände werden mit Ranken, Blumen und Figuren aus der antiken Mythologie geschmückt. Diese Pracht ist allerdings dem Adel vorbehalten, denn der will damit seine Macht und seinen Reichtum zeigen.
Das nachfolgende Spätbarock oder Rokoko nimmt diese Formensprache auf und verfeinert sie. Überbordende Verzierungen, Ornamente und Linien sind in Mode und das – in Abgrenzung zum Barock – völlig asymmetrisch. Bis zum Ende des Jahrhunderts hat neben dem Adel auch der neue bürgerliche Stand mehr und mehr den Wunsch nach repräsentativen Einrichtungen.
Die runden Formen werden endgültig abgelöst durch den Klassizismus um die Wende zum 19. Jahrhundert. Das Zeitalter der absoluten Herrscher ist endgültig zu Ende, die Orientierung an der Antike verspricht ein sicheres Leben nach festen Regeln.
In der dann folgenden Biedermeierzeit steht für das Bürgertum die Häuslichkeit im Mittelpunkt. Die Einrichtung muss nicht mehr repräsentativ sein, sondern orientiert sich an schlichteren Grundformen. In der Wohnstube findet das Familienleben statt, für das Kaffeekränzchen wird die Tafel schön gedeckt.
Aber das ändert sich wenige Jahrzehnte später wieder. In der Phase der heute Historismus genannten Zeitspanne wollen die reich gewordenen Bürger wieder zeigen, was sie haben. Und dafür brauchen sie Mobiliar, das etwas hermacht. Also gibt es Recamieren, die mit ihren vergoldeten Schnitzereien an die verspielte Zeit des Rokoko erinnern und Stühle mit säulenartigen Beinen im neogotischen Stil. Und mit der Kolonialisierung zieht auch noch exotisches Dekor aus Übersee in die Wohnzimmer ein.
Um die Wende zum 20. Jahrhundert ist mit dem schweren, dunklen Mobiliar allerdings Schluss. Die kurze Phase des Jugendstils bringt stilisierte florale Formen, wirkt leicht und luftig und befreit vom Mief der Gründerzeit. Und mit der einsetzenden Bauhaus-Ära entsteht der moderne, funktionale Einrichtungsstil, den wir heute kennen: mit klaren puristischen Formen und ganz neuen Materialien für den Möbelbau, wie z. B. Stahlrohr.