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Gesellschaft

Linke und Verbraucherschutz kritisieren überholtes Modell der PKVen

By  Last updated: 31st März 2012

Vertreter linker Parteien und der Verbraucherzentralen in Deutschland sehen Beitragssteigerungen bei Privaten Krankenversicherungen mit Sorge. Wie der Vorstand des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen in Deutschland, Gert Billen, zu erkennen gab, sieht er das Geschäftsmodell der PKVen bei Fällen von Beitragssteigerungen von bis zu 30% sogar als im Kern gefährdet an. Lars Gatschke, Versicherungsreferent des Bundesverbandes gab an, finanzielle Schwierigkeiten einiger Versicherer ergäben sich auch aus einer Zunahme zu preisgünstiger Tarife der PKVen für Neueinsteiger, die Auswirkungen auf die Kalkulationen hätten.

Für die Partei “Die Linke” forderte Martina Bunge kurz und bündig: Die PKV “muss abgeschafft werden und mit ihr die Zwei-Klassen-Medizin.“ Die mit den privaten Krankenversicherern konkurrierende AOK appellierte präventiv an die Politik, ein etwaiges ökonomisches Scheitern der PKVen nicht aufzufangen.

Diese blieben trotz der vorgebrachten Fundamentalkritik von AOK, Verbraucherzentralen und Teilen der Politik weitgehend unbeeindruckt. Volker Leienbach vom Verband der PKVen verwies darauf, dass Erhebungen unabhängiger Gutachter die dargestellten Beitragssteigerungen relativierten. Während demnach 45% der Tarife nämlich gar keine Steigerungen aufwiesen, überschritten die durchschnittlichen Steigerungen aller Tarife die 2%-Marke nicht. Ein Tarifwechsel innerhalb einer PKV sei dazu auch möglich. Desweiteren gibt es für den Versicherungsnehmer verschiedene Möglichkeiten die PKV Beiträge nachträglich zu senken. Dazu gehören zum Beispiel die Erhöhung der Selbstbeteiligung, Anpassung der Versorgungsleistungen oder – wie von vielen Versicherern angeboten – die Möglichkeit einer Beitragsrückerstattung wahrzunehmen.

Tatsächlich richtet sich auch nach Angaben der Verbraucherzentralen die Mehrzahl der eingegangenen Kundenbeschwerden nur gegen eine relativ kleine Anzahl von Versicherern.

Deswegen sollte bei der Wahl des Versicherungsunternehmen unliebsamen Überraschungen vorgebaut werden. Wer noch Mitglied einer GKV ist kann versuchen, sich mit einer Anwartschaft einen Rückweg offenzuhalten. Bei der Wahl der PKV ist es hingegen möglich – und angeraten – sich einen Versicherer und Tarif zu wählen, der entweder stabile Beiträge garantiert, oder von den Beiträgen feste Anteile für den Aufbau von Altersrückstellungen zurückhält, die dann gestiegene Gesundheitskosten auffangen. In der Regel ist das eine mit dem anderem verbunden. Dafür lohnt es sich, nicht den allerbilligsten Tarif zu nehmen, sondern genau hinzuschauen und sorgfältig zu wählen.

Weiterführende Informationen finden Sie unter: https://www.pkv-beitrag.net

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