Eine Städtereise nach Istanbul verfolgt die Spuren einer vielseitig verwobenen Kulturgeschichte. Die geografische Grundlage der Weltmetropole bildet der Bosporus, eine Meerenge, die zwischen Europa und Asien strömt und das Schwarze Meer mit dem Mamarameer verbindet. Begünstigt durch das sogenannte goldene Horn, eine Bucht des Bosporus, die einen größeren natürlichen Hafen bietet, wählten die Griechen einige Jahrhunderte vor Christus hier den Beginn der heutigen Weltmetropole Istanbul.
Der Schiffsverkehr zwischen den Kontinenten trug seitdem den regen Austausch von Handels- und Kulturgütern und die Metropole, die sich sowohl auf der europäischen als auch auf der asiatischen Seite des Bosporus ausweitete, wurde durchgehend zum Knoten dieser Kulturbewegungen. So wurde das bikontinentale Stadtgebiet durch die Griechen, Römer, Osmanen und schließlich durch die Türken belebt. Der daraus entstandene Kulturenpluralismus spiegelt sich deutlich im architektonischen Stadtbild wider.
Eine Besichtigung beginnt wahlweise am Topkapi-Palast, auf dem goldenen Horn. Von hier aus bietet sich ein weiter Blick über Stadtteile zu beiden Seiten der Meeresenge. So exemplifiziert die Sicht auf die Hagia Sophia ein Stadtbild, durchzogen von Kuppeln und Minaretten. Der Kuppelbau der Basilika krönte in der Spätantike den Kirchenbau dieser Region. Die Minarette, die als Gebetsrufer zu den fünf täglichen Gebeten der Muslime dienten, wurden später angebaut. Der Topkapi-Palast selbst war lange Zeit Sitz der Sultane. Nach türkischer Tradition besteht der Palast aus mehreren Gebäuden, eingebettet in einem etwa 70 ha großen Garten. Heute lädt die Palastanlage mitsamt ihrer Museumssammlungen Experten und Interessierte zu ausgiebigen Erkundungen der Kulturerben ein.
Aber auch direkt in der belebten Stadt werden die sich kontrastierenden und auch ergänzenden Kultureinströmungen spürbar: Einige Moscheen gewähren Besuchern den Eintritt während der religiösen Rituale. Auf dem Basar, wie dem Kapali Carsi, der ursprünglich als Schatzkammer angelegt wurde, darf mit den Händlern um die dargebotene Ware gefeilscht werden. In einem Haman erlebt man die Verschmelzung der Bäderkultur nach römischem Vorbild mit der Reinigungskultur unter muslimischen Vorschriften am eigenen Körper. Um in den historisch maritimen Flair, der den Charakter der Metropole von Grund auf prägte, einzutauchen, begeht man direkt die Brücken des goldenen Horn.
Neben dem Schiffsverkehr tragen auch zwei Kopfbahnhöfe und zwei internationale Verkehrsflughäfen in Istanbul zu der zentralen Verkehrsrolle der Türkei bei. Die Anreise aus Deutschland kann von Frankfurt am Main, München und Düsseldorf zu beiden der Flughäfen angezielt werden. Die Fluggesellschaft SunExpress bietet zum Beispiel regelmäßig Flüge von Frankfurt nach Istanbul an. Wie sich die Anreise und der Aufenthalt auch gestaltet, eine Reise nach Istanbul bleibt immer eine Reise in eine Stadt, die so vielfältig wie einzigartig erlebt wird.